Mittelalterliches Nürnberg

Stadtführungen durch das mittelalterliche Nürnberg

Treffpunkt und Ende der Führungen sind inhaltlich festgelegt, können jedoch miteinander abgesprochen werden.

Sigenas „Schwestern“ im mittelalterlichen Nürnberg

Ein frauengeschichtlicher Stadtrundgang durch die Altstadt

Noch wie vor 500 Jahren können wir die Stadt durch eines der finsteren Stadttore betreten – was hat eine Frau im Mittelalter veranlasst, sich in einer Stadt niederzulassen?

Vielleicht die besseren Verdienstmöglichkeiten, die Möglichkeit zum Handel auf dem Hauptmarkt, die Tätigkeit als Krankenpflegerin im Heilig Geist Spital oder als Magd bei einer reichen Patrizierfamilie, deren Häuser noch immer die Stadt schmücken. Selbstbewusste Meisterfrauen wie Agnes Dürer waren stark in den Handwerkerhaushalt involviert und auch die Patrizierin gab viel auf ihren Stand: Inmitten ihrer großen Familien treffen wir sie in der Sebalduskirche auf Bildnissen an, als verheiratete Frau buchstäblich unter die Haube gekommen.

 


Stadt der toten Frauen

Eine frauen- und geschlechtergeschichtliche Führung auf dem Johannisfriedhof

Wenn Steine sprechen könnten:

Auf dem Europaweit berühmten Johannisfriedhof mit seinem faszinierenden Gräbermeer erzählen Grabsteine und elegante Bronzeepitaphien ab dem beginnenden 16. Jahrhundert beredt von “Frauenpersonen” und “männlichen Persönlichkeiten”, von dem Herr-schenden Geschlechterverhältnis, den politischen und sozialen Verhältnissen.

Eine spannende Reise in die Alltagsgeschichte der Reichsstadt!


Hauptmarkt, Frauenschul und Judengasse

Eine Stadtführung zu jüdischer Frauengeschichte

Die Orte jüdischen Lebens in Nürnberg sind gut bekannt.

Bei dieser Führung steht der Alltag der Nürnberger Jüdinnen im Spätmittelalter im Fokus.

Wie organisierten sie ihren Haushalt? Waren sie beteiligt am öffentlichen Leben? Welche Arbeitsmöglichkeitn hatten sie?

Ergänzt wird die Führung durch die Suche nach jüdischen Traditionen, die sich in der christlichen Kunst in den Kirchen widerspiegeln.


Die Frauenklöster in Nürnberg: (K)eine Entsorgung unverheirateter Töchter?

Die Entstehung neuer Reformorden zu Beginn des Spätmittelalters zog eine rege Beteiligung von Frauen am religiösen Leben nach sich: Das ehemalige Dominikanerinnenkloster von St. Katharina und die Klarissenkirche legen davon noch heute Zeugnis ab.

Die Schwierigkeiten, die die Frauen innerhalb der Männerorden erwarteten, aber auch die Entfaltungsmöglichkeiten und der Zugang zu Bildung und Bibliotheken in den Frauenklöstern konnten eine positive Herausforderung eines mittelalterlichen Frauenlebens darstellen. Bereits einige Zeit vor Luther wurde der Wunsch nach einer Reform dieses Klosterlebens laut. Nicht immer willig zeigten sich dabei die Nonnen, die mit reichlich unorthodoxen Methoden Widerstand gegen eine „strengere Zucht“ leisteten. Die Schilderung des facettenreichen Nonnenlebens, besonders des Alltags, soll einen Einblick ermöglichen.


Heilerinnen, Hebammen und Heilige
Frauen in Medizin und Krankenpflege

Krankenpflege wurde eine weibliche Tugend, als mit der „Religiösen Frauenbewegung“ des 13. Jahrhunderts Frauen karitative Arbeiten übernahmen und in der Fürsorge tätig wurden.

Beginen versorgten nun die Kranken und städtische Hebammen begleiteten die Hausgeburten. Hinter all dem stand ein völlig anderes Menschen- und Wahrnehmungsbild: Was bedeutete für Frauen früherer Jahrhunderte z. B. eine Schwangerschaft? Wo brachten unverheiratete Mägde ihre Kinder zur Welt, wie funktionierte die Sorge um Seuchekranke, welche medizinischen Künste beherrschte die „Schauerin“ im städischen Heilig-Geist-Spital, was waren die wichtigsten Heiligen für die Heilung?


Die religiöse Frauenbewegung des Mittelalters

Auf den Spuren der Nürnberger Beginen

Beginen, in Nürnberg meist „Seelschwestern“ genannt, waren religiös motivierte Frauen, die als „willige Arme“ ganz bewusst dem weltlichen Leben entsagten.

Im Gegensatz zu Nonnen aber führten sie kein Leben hinter Konventsmauern, sondern blieben im städtischen Leben mit ihrer Hände Arbeit präsent. Sie wählten ein Leben jenseits des Kloster- und Ehestandes und lebten mit und ohne Kinder in kleinen Gemeinschaften.

Seit wann solche Frauen in Nürnberg nachweisbar sind, wo sie wohnten und welchen Tätigkeiten sie nachgingen, soll auf einem Rundgang durch die Nürnberg Altstadt entdeckt werden.


Nur in gebührendem Abstand folgen? Karl IV. und die Frauen

Eine Nürnberger Stadtführung zur Frauengeschichte im 14. Jahrhundert

Karl IV. ist ein vielfach erforschter Mann.

Welche Rolle seine Frau Anna von Schweidnitz spielte, Mutter des in Nürnberg getauften Königs Wenzel, selbst Königin und Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches, bleibt dabei oft unbeleuchtet. Die Position der Königin erfuhr in der von ihm erlassenen berühmten Goldenen Bulle 1356 eine Herabsetzung.

Was bedeutete der Aufstieg Nürnbergs zu einer der bedeutendsten Städte in diesem 14. Jahrhundert für die Zeitgenossinnen?

Er brachte neue Arbeitsmöglichkeiten im Fürsorgebereich durch die Stiftung des Heilig-Geist-Spitals oder auf dem neu geschaffenen Marktplatz im Zentrum der Stadt für die Marktfrauen. Während das Dominikanerinnenkloster durch den Bau der Stadtmauer endlich mit ins Stadtgebiet einbezogen wurde, verloren die jüdischen Frauen und ihre Familien durch das Pogrom gegen ihre Gemeinde und den Abriss der Synagoge 1349 ihre Existenzgrundlage.